Die Adjustierung des k.u.k.Heeres Band 3: Die Feldgraue Uniform 1915 - 1918 ÖMG SB 2004
136 Seiten, zahlr. s/w Fotos,
Skizzen, farbige Abb. der Distinktionen und Abzeichen,
gebunden, € 35,50-
Erscheint April/ Mai 2005
Neben bisher unveröffentlichten Fotos sind auch alle relevanten
Dienstvorschriften eingearbeitet worden!
Behandelt werden alle feldgrauen Uniformsorten, alle Varianten der Kappen, Feldblusen, Pelzröcke, Stahlhelm, Distinktionen, Portepees, Truppen-, Kragen- und Kappenabzeichen, besondere Auszeichnungen und Rüstungssorten Dazu die Uniformierung der Gebirgsartillerie, der Sturmtruppen, der Luftfahrtruppen; des Landsturms und des Roten Kreuzes.
12 Farbtafeln der „Distinktionen und Abzeichen der österreichisch-ungarischen Wehrmacht im Felde 1917“
Die österreichisch-ungarische Heeresleitung erkannte nach Ausbruch
des Ersten Weltkrieges recht bald die Notwendigkeit, eine den
Erfordernissen des Krieges wesentlich besser entsprechende Adjustierung einführen zu müssen. Nachdem sich österreichisch-ungarischen Soldaten in den 1908 eingeführten hechtgrauen Uniformen, durch die dunklen Schwarzerdeböden Osteuropas als ideale Zielscheiben kontrastreich abhoben, was die zuständige Abteilung des Kriegsministeriums veranlasste in einem Beiblatt zu vermerken: „Hechtgrau entsprach als Schutzfarbe weniger gut“
Die Wahl fiel schließlich, auch für die sich bis dahin vehement wehrende
Kavallerie, auf das, beim Bündnispartner Deutschland schon bestens
bewährte, Feldgrau.
Die oft noch historisch begründete Typenvielfalt konnte unter
Kriegsbedingungen aber nicht aufrecht erhalten werden. Materialmangel
und zu geringfügige Produktionskapazitäten erzwangen rasch
Vereinheitlichungen und Standardisierungen. 1916 entwickelte
sich daraus die "Einheitsadjustierung“ aus durchwegs feldgrauen
Monturstücken.
Mit der Einführung der feldgrauen Adjustierung, noch mehr aber mit jener
der Spezial- und Tarnbekleidungen, hatte das k.u.k. Heer einen durchaus
internationalen Standard erreicht.
Erstmals standen einander Massenheere mit Massenvernichtungsmitteln
gegenüber, was nicht nur eine Anpassung der Bekleidung des Soldaten an
das Terrain am Gefechtsfeld notwendig machte, sondern auch zusätzliche
und neuartige persönliche Ausrüstung wie Stahlhelm und Gasmaske. Die 1915
eingeführte feldgraue Farbe der Monturstücke, sowie die 1916 eingeführte
und 1917 modifizierte „Einheitsadjustierung“ prägten nachhaltig das Bild
des österreichisch-ungarischen Soldaten im Ersten Weltkrieg. Erstmals
wurden auch Frauen im frontnahen Bereich – nicht unmittelbar als
Angehörige des Heeres, aber doch über das Rote Kreuz organisiert
im (humanitären) Kriegsdienst – eingesetzt, was u.a. zur Schaffung
spezieller Kleidungssorten führte.
Der Stellungskrieg von den weiten Ebenen Osteuropas über die Karstflächen
des Isonzogebietes bis ins extreme Hochgebirge der Alpen erforderte zunehmend funktionale Kleidung abseits historischer Bindungen. Das machte die Kämpfer verschiedener Nationen einander auch immer ähnlicher in ihrem äußeren Erscheinungsbild. Immerhin gelang es aber, wesentliche identitätsstiftende Sorten wie die typische österreichische Feldkappe, die Kragendistinktionen und diverse Abzeichen wie das Edelweiß in die feldgraue Ära hinüberzuretten. Waren im damals erst knapp ,zurückliegenden 19 Jahrhundert häufig noch Tradition und modischer Zeitgeschmack maßgeblich für die Uniform des Soldaten – auch am Schlachtfeld – so bestimmten ab dem Ersten Weltkrieg weitgehend Zweckorientierung, Tragekomfort, industrielle Kapazität und materielle Ressourcen Aussehen und Zusammensetzung der Adjustierung.
In diesem 3. Teil der Uniformierungsgeschichte der k.u.k. Armee wird
versucht, bisher aufgefundenes, oft nur bruchstückhaft vorliegendes
Material, in eine zusammenhängende Form zu bringen und eine
Gesamtdarstellung vorzulegen.